Nudging – gesündere Ernährung leicht gemacht

Wer kennt es nicht: Gute Vorsätze für eine gesündere Ernährung mit mehr Obst und Gemüse sind schnell getroffen. Doch der Weg bis zur Umsetzung ist nicht immer leicht. Das „Nudging“ ist eine Methode, die dabei unterstützen kann.

 

nudging foto - © Free-Photos-pixabay.com

So entscheiden wir

Am Tag trifft jede Person bis zu 200 Entscheidungen rund um das Essen und Trinken. Entscheidungen werden aber nicht immer bewusst getroffen: Was wir essen ist davon abhängig, welche Wahlmöglichkeiten es gibt und welche Gewohnheiten sich in unserem Alltag gefestigt haben. Gute Vorsätze, wie beispielsweise das Abnehmen ab dem Jahreswechsel, flachen mit der Zeit häufig ab. Das angestrebte Ziel rückt im Alltag und gewohnten Umfeld nach und nach in den Hintergrund.

 

Den Autopiloten ansprechen

Dem „Gewohnheitstier“ und „inneren Schweinehund“ ist man aber dennoch nicht machtlos ausgesetzt. Das „Anstupsen“, oder auch „Nudging“ genannt, hilft dabei, Menschen unterbewusst aber ohne Zwang zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen. Ziel ist es, den „Autopiloten“ für die unterbewussten Ernährungsentscheidungen anzusprechen und so die gesündere Wahl zur leichteren zu machen.

 

So funktioniert´s

Ein klassisches Beispiel für erfolgreiche Nudging-Ansätze ist die Gemeinschaftsverpflegung. Beginnt das Buffet der Betriebskantine mit der Salatbar, so füllen sich die Teller der Belegschaft zunächst mit reichlich Gemüse. Auch die Gestaltung der Speisekarte beeinflusst die Auswahl: Werden gemüsereiche- oder vegetarische Gerichte zuerst genannt oder grün hinterlegt, steigt der Verzehr.

Ein wesentlicher Vorteil von Nudging-Maßnahmen ist, dass „sie mit geringem Aufwand und ohne große Einbuße im Umsatz realisierbar sind“, so das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) aus Bayern in ihren Handlungsempfehlungen für die Betriebsgastronomie

Nudging funktioniert ohne Verbote. Da die freie Wahlmöglichkeit zwischen Speisen weiterhin erhalten bleibt, werden Personen nicht in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt oder bevormundet. Im Fokus steht dabei nicht das wirtschaftliche Interesse am Verdienst eines Produkts, sondern die Gesundheit der Gäste.

 

Nudging zuhause

Auch zuhause lässt sich der Alltag mit Nudging-Maßnahmen umkrempeln: Ein farbenfroher Obstkorb auf dem Küchentisch macht Lust auf einen frischen Snack. Süßigkeiten und Chips sind in geschlossenen Schubläden oder Körben dagegen gut versteckt und verleiten nicht so schnell zum Naschen. Paprika, Möhren oder Kohlrabi in mundgerechte Stücke schneiden, so wird schneller mal zugegriffen. Wem es schwer fällt, am Tag ausreichend zu trinken, sollte immer eine Karaffe Wasser und ein volles Glas bereitstellen. Ein paar Scheiben Zitrone oder etwas Ingwer im Wasser bieten leckere geschmackliche Variationen. Und auch die Tellergröße ist entscheidend. Auf kleinen Tellern wirkt die Portion größer, sodass weniger gegessen wird.

Mit ein bisschen Kreativität lassen sich durch Nudging auch die Gemüsemuffel unter den Kindern begeistern: Mit aufregenden Namen wie einer Suppe für „starke Löwen“ schmeckt der Kürbis-Möhren-Eintopf gleich doppelt so lecker. Die Verbraucherzentrale gibt mit ihrem Buch „Bärenstarke Kinderkost“ Einblick in eine gesunde Abwechslung in der Kinderküche.

 

 

 

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