Kompass im Ernährungs- dschungel – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung - Sektion Niedersachsen

Die 10 Regeln der DGE gehören zu den bekanntesten und wichtigsten Ernährungsempfehlungen in Deutschland. Doch was steckt eigentlich dahinter? Verteilt über das Jahr 2021 stellen wir in unserer Serie „Kompass im Ernährungsdschungel“ die einzelnen Regeln vor.

Titelbild Artikel DGE - © DGE-Sektion Niedersachsen

Die DGE ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich Ernährung für Deutschland und ihre Ernährungsempfehlungen geben uns Orientierung in der Datenflut – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V.. Wir beginnen unsere Serie „Kompass im Ernährungsdschungel“mit einem Einblick in die Arbeit der DGE-Sektion Niedersachsen. Dazu haben wir Dörthe Hennemann, Leiterin der Sektion, getroffen.
 

Frau Hennemann, Sie sind als Ökotrophologin für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Niedersachsen tätig. Wofür ist die DGE zuständig?

Als Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. sind wir die wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich der Ernährung in Deutschland. Unser Leitgedanke ist „Der Wissenschaft verpflichtet – Ihr Partner für Essen und Trinken“. Auf der Grundlage von wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen geben wir als DGE Ernährungsempfehlungen, wie z.B. die 10 Regeln der DGE. Die 10 Regeln werden wir ja in dieser gemeinsamen Informationsreihe detaillierter beschreiben.

Mit unserer Arbeit bieten wir auch der Politik eine Grundlage für deren Entscheidungen. Außerdem stellen wir Forschungsbedarf fest: Beispielsweise wird ganz aktuell für den 15. Ernährungsbericht untersucht, wie sich die Ernährungs- und Gesundheitssituation von Personen in armutsgefährdeten Haushalten mit Kindern in Deutschland darstellt. Daraus resultieren dann Maßnahmenpakete. Zusätzlich informieren wir über neue Erkenntnisse sowie Entwicklungen rund um das Thema Ernährung.

Worin unterscheiden sich die Aufgaben der DGE-Niedersachsen und der DGE allgemein? Wie sind Sie in Niedersachsen tätig?

Wir als Sektion Niedersachsen stellen einen direkten Ansprechpartner für niedersächsische Verbraucher*innen, Bildungsträger und Institutionen im Bereich der Ernährung und Gesundheit dar. Wir verbreiten Empfehlungen und Erkenntnisse der DGE in den regionalen Netzwerken (z.B. Multiplikator*innen, Fachkräfte, Pädagog*innen, Institutionen, Bildungsträger) im ganzen Bundesland. Durch das Netzwerk vor Ort haben wir viele Möglichkeiten, Menschen niedersachsenweit zu erreichen und persönlichen Kontakt zu halten. Wir sind sozusagen ein Bindeglied zwischen der Hauptgeschäftsstelle der DGE in Bonn und den niedersächsischen Verbraucher*innen, Bildungsträgern und Institutionen im Bereich Ernährung und Gesundheit.

Sowohl die DGE als auch das ZEHN sind in Niedersachsen ein Ansprechpartner für den Bereich Ernährung. Wo würden Sie sagen, liegt dabei der Schwerpunkt der DGE?

Der Schwerpunkt der Sektionsarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass wir über neue Erkenntnisse und Entwicklungen informieren und diese durch beispielsweise Publikationen, Veranstaltungen und Projekte konkret verfügbar machen…

… die wir im ZEHN dann aufgreifen und in unsere Arbeit einbinden...

…Genau. Außerdem fördern wir eine vollwertige Ernährung, indem wir in der Ernährungsberatung und auch in der Ernährungserziehung (wie bspw. in Kindertagesstätten) Aufklärungsarbeit rund um die Ernährung leisten und uns auch um die Qualitätssicherung kümmern.

Was gehört zum Arbeitsalltag der DGE?

Zu unserem Arbeitsalltag gehört die Organisation von Fachtagungen, Fortbildungsangeboten und Projekten zu aktuellen und ausgewählten Themen. Wir bieten beispielsweise Seminare zum Thema „Kindgerechte Ernährung“ für Pädagogen und andere Fachkräfte an. Wir beraten und kooperieren mit Institutionen, Einrichtungen, Verbänden und auch Organisationen zu Themen rund um die Ernährung. Außerdem stehen wir gerne als Interviewpartner*innen zur Verfügung, um unser Wissen umfänglich zur Verfügung zu stellen. Sehr wichtig ist dabei die Netzwerkarbeit mit unterschiedlichen Institutionen, wie beispielsweise dem ZEHN.  

In den Medien gibt es viele Informationen rund um das Thema Ernährung. Welche Rolle spielen Sie dabei? Und wie können Verbraucher*innen von der DGE profitieren?

Wir sehen uns als Vermittler zwischen Wissenschaft und Praxis – also den Verbraucher*innen, und informieren über ganz unterschiedliche Wege. Dazu gehören z.B. Flyer, Interviews in TV, Radio und Printmedien sowie unser Internetauftritt. Wir möchten über wissenschaftliche, neutrale Inhalte zum Thema Ernährung informieren und aufklären. Das ist gerade in Zeiten des Informationsdschungels eine enorme Herausforderung.

Ich kann schon verstehen, dass man manchmal den Überblick verliert bei den ganzen Aussagen zu dem Thema Ernährung. Oft stößt man auch auf gegensätzliche Erklärungen, bei denen der wissenschaftliche Hintergrund fehlt. Die Informationen der DGE in den Medien sind immer wissenschaftlich fundiert und für die Verbraucher*innen leicht verständlich aufgearbeitet. Das zeichnet uns aus.

Verbraucher*innen können sich die Medien der DGE beim DGE-Medienservice bestellen oder auch einfach downloaden. Dort finden Sie Informationen zu den allgemeinen Ernährungsempfehlungen, zu Ernährung bei Gesundheitsstörungen und Informationen zum erfolgreichen Abnehmen. Weitere Themen der DGE sind die Gemeinschaftsverpflegung und Fach- und Schulungsmedien. Dazu gehören die 10 Regeln der DGE in Deutsch/Türkisch als Infoblatt, Bausteine der Ernährung oder Infotheken zu Themen wie Zöliakie, ballaststoffreiche Lebensmittel oder Obst und Gemüse – um hier nur einige Themen und Formate zu nennen. Auch auf der Homepage der DGE-Sektion Niedersachsen finden Sie unter der Überschrift Ernährungs- und Verbraucherbildung wissenschaftlich fundierte Informationen. Darüber hinaus weisen wir auf unserer Seite auf interessante Projekte und Institutionen hin und stellen Veranstaltungen vor.

Welche allgemeinen Grundregeln im Bereich Ernährung können Sie jeder und jedem mit an die Hand geben? 

Eine vollwertige Ernährung ist die Basis für optimale Versorgung. Sie kann dazu beitragen, Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit des Menschen ein Leben lang zu fördern bzw. zu erhalten. Vor dem Hintergrund der Häufigkeit von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten in Deutschland ist die Aufklärung über eine bedarfsgerechte, ausgewogene und gesunderhaltende Ernährung daher von besonderer Bedeutung.

Wie sich eine vollwertige Ernährung praktisch umsetzen lässt, vermittelt die DGE über die 10 Regeln für eine vollwertige Ernährung, den DGE-Ernährungskreis und die Dreidimensionale DGE-Lebensmittelpyramide. Auf Nährstoffebene ist vollwertiges Essen und Trinken charakterisiert durch ausreichend Flüssigkeit und einer dem Bedarf entsprechenden Energiezufuhr. Und wie genau sich die einzelnen unserer 10 Regeln umsetzen lassen, erklären wir in den nächsten Beiträgen dieser Reihe.

Und wenn ich diese 10 Regeln berücksichtige, bedeutet das dann, dass ich mich gesund ernähre?

Vollwertig essen und trinken hält gesund, fördert Leistung und Wohlbefinden. Wie sich das umsetzen lässt, wird in den 10 Regeln einfach und alltagstauglich formuliert. Natürlich heißt das jetzt nicht, dass man nicht auch mal „naschen“ darf und sich deshalb gleich ungesund ernährt. Auf die Menge und die Vielfalt kommt es an.

Das ZEHN und die vier Kolleginnen der DGE-Sektion Niedersachsen werden in Zukunft einmal monatlich eine Regel der DGE vorstellen und mit praktischen Alltagstipps versehen. Die DGE-Sektion Niedersachsen ist seit 1982 aktiv und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz institutionell gefördert. 2020 ist die Vernetzungsstelle Seniorenernährung (angedockt an die Sektion) gestartet.

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