Frühjahrsputz – So gehen Profis dem Staub an den Kragen

Wenn die Tage länger werden und die Sonne durch die ungeputzten Fenster strahlt, ist es soweit: Rund 60 % der Deutschen planen laut einer Umfrage von YouGov einen Frühjahrsputz. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich und wie gehen Experten den Frühjahrsputz an?

Gummihandschuh - © Counselling - pixabay.com

In einigen Kulturen hat das Großreinemachen nach dem Winter eine lange Tradition. Linda Thomas beschreibt in ihrem Buch „Frühjahrsputz“, dass das Osterfest in vielen Religionen ein Symbol des Neuanfangs darstellt. Diese „Aufbruchsstimmung“ sorgt in den Haushalten dafür, dass der Keller aufgeräumt und aussortiert sowie gründlich geputzt wird. Laut einer Umfrage des Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e. V. (IKW) sagen 55 Prozent der Befragten, dass ihnen ein sauberer und geordneter Wohnraum das Gefühl gibt, den Alltag besser in den Griff zu bekommen.

Wer den Lappen schwingt, steigert aber nicht nur sein Wohlbefinden: Auch die Gesundheit profitiert. An Staub können sich Gifte und Mikroorganismen heften. Besonders Allergiker und immungeschwächte Personen reagieren empfindlich darauf. Wer sein zuhause regelmäßig reinigt, minimiert die Staubpartikel. Aus professioneller Sicht lässt sich eine gründliche Reinigung in drei Schritte unterteilen. 

Richtig reinigen in drei Schritten

Zuerst steht die Sichtreinigung auf dem Programm. Dazu auffällige Verschmutzungen, wie Flecken auf Tischen oder Glastüren, entfernen. Alle Mülleimer leeren, aufräumen und lüften. Damit ist die Grundlage für die weitere Reinigung geschaffen.

Es folgt die sogenannte Unterhaltsreinigung. Dabei sind alle Reinigungsarbeiten inbegriffen, die in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden. Dazu gehören das wöchentliche Wischen oder Staubsaugen der Böden, Staubwischen oder feuchtes Abwischen der Regale.

Die Grundreinigung ist der dritte Schritt. Möbel, Heizkörper, Fenster und Bodenbeläge inklusive Fußleisten werden von Grund auf gereinigt. Dabei wird bei den Schränken begonnen: Inhalt und Schubladen aus den Fächern räumen und alles gründlich auswischen. Dann Fenster, Heizungen und Sitzmöbel reinigen und Gardinen abnehmen und waschen. Zum Schluss den Fußboden und die Fußleisten reinigen.

So klappt´s mit der Motivation

Eine gründliche Reinigung in den Zimmern ist aufwendig und kostet Zeit. Es hilft, sich realistische Ziele zu setzten und in Etappen zu reinigen. So bleibt die Energie und Motivation erhalten. Die Mühe lohnt sich: Wer Einrichtungsgegenstände regelmäßiges reinigt, verlängert deren Lebensdauer und die Qualität der Materialien bleibt länger erhalten.

Für alle, die noch Startschwierigkeiten haben, gibt es hier ein paar handfeste Tipps rund um das Thema Frühjahrsputz:

Die wichtigsten Tipps zur Reinigung

  • Reinigungsmittel nach Herstellerangabe verwenden. „Viel hilft viel“ zählt hier nicht, sondern „weniger ist oft mehr!“ Zu intensiver, aggressiver und zu hoch dosierter Reiniger kann Schlieren hinterlassen, die Atemwege angreifen und belastet die Umwelt. Einige Inhaltsstoffe sind schwer biologisch abbaubar und reichern sich in der Umwelt an.
  • Um Staub und lose aufliegenden Schmutz möglichst breitflächig aufzunehmen und nicht aufzuwirbeln, gibt es einen Tipp aus der professionellen Hauswirtschaft. Mithilfe einer bestimmten Falttechnik muss das Tuch nicht ständig ausgewaschen und ausgewrungen werden. Und so geht’s: Tuch zweimal falten, bis es etwa Handflächen groß ist. Mit den äußeren Seiten den Schmutz aufnehmen. Das Tuch umdrehen und weiterarbeiten. Das Tuch anschließend umklappen, sodass wieder eine saubere Seite oben liegt. Insgesamt lässt sich das Tuch auf diese Weise vier- bis achtmal verwenden, ohne es auszuspülen.
     
  • Aus hygienischen Gründen unterschiedliche Tücher für die verschiedenen Bereiche in der Wohnung verwenden. So verteilen sich die verschiedenen Keime nicht im gesamten Haushalt. Jeder Bereich hat sein eigenes Tuch und ist durch Farben gekennzeichnet. Nach dem Vier-Farben-System wird blau für Möbel, Türen und Heizkörper genutzt. Grün für die Küche, gelb für den Sanitärbereich (ohne WC) und rot für das WC und umliegende Fliesen verwenden.
     
  • Es gilt immer von oben nach unten zu arbeiten, damit der heruntergefallene Staub mit dem nächsten Arbeitsgang eingefangen werden kann.
     
  • Je früher Schmutz entfernt wird, desto leichter geht es. Je länger der Schmutz eintrocknet oder einzieht, desto intensiver der Aufwand für die Reinigung. Mehr über den Faktor Zeit in der Reinigung lesen Sie hier. 
     
  • Solange niemand im eigenen Haushalt eine ansteckende Krankheit hat, ist die Desinfektion im privaten Haushalt nicht nötig. Es reicht, gründlich zu reinigen.
     
  • Vor jeder Reinigung den Bereich, der saubergemacht werden soll, aufräumen. Das dauert manchmal länger als die Reinigung selbst. Deshalb am besten dreimal in der Woche (jeweils nicht länger als 15 Minuten) eine Schublade, ein Schrankfach in der Küche oder im Badezimmer aufräumen. So erhält der Haushalt eine neue Struktur und Ordnung.

Weitere Tipps zum Reinigen gibt es im Artikel „Einfach effizient reinigen“. Auch auf der Website des Forums Waschen finden sich weitere Informationen zum Thema und der Leitfaden „Reinigung im Haushalt- nachhaltig und hygienisch“ ist als Download verfügbar.

 

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